Elmar Lechers Homepage
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Wenn einer eine Reise tut dann kann er viel erleben.Ein Aufruf nach der Schliessung der Deutschen BahnWenn einer eine Reise tut dann kann er viel erleben. Wenn einer regelmäßig reisst nennt man ihn Vielreisender Wenn er dann noch immer die gleiche Strecke fährt nennt man ihn Pendler. Ich bin ein Pendler. Ein Fernpendler. Damit tue ich viele Reisen tun und erlebe somit viel. Heute wieder. Eigentlich ist es ja ganz einfach. Ich bin in Hildesheim aufgewachsen und studiere in Darmstadt. Darmstadt gehört zum RMV (Rhein-Main-Vehrkehrsverbund), dessen Zentrum Frankfurt am Main ist. Und Hildesheim liegt genau an der Achse Frankfurt - Berlin. Eigentlich Rennstrecke der Bahn - und somit eigentlich günstige Wettbewerbsbedingungen für die Bahn. Aber wie es oben heisst - wer eine Reise tut der kann was erleben - und genau das tut man bei der Bahn durchaus. Nur ob es einem Spass macht sei man dahingestellt. Nun sitze ich in einem Vehrkehrsmittel dieses Unternehmens und sollte seit (XXX 00:26 XXX) zuhause sein. Der geneigte Leser merkt schon an der Formulierung dass ich es nicht bin. Anstatt im modernen ICE nach Hildesheim einzufahren sollte ich - wegen der späten Reisezeit - eh ab Göttingen in einen Regionalexpress - das sind diese schicken Züge im silberlook mit einer roten Lok vorne dran, die vor 20 Jahren schon veraltet war - bis Nordstemmen und ab Nordstemmen in so einer Art Bus auf Gleis nach Hildesheim kriechen. Meine Reise von Frankfurt bis Göttingen (243km) sollte ungefähr solange dauern wie dann der Anschluss von Göttingen nach Hildesheim (95km). Sollte. Kurz vor Göttingen fängt der Zugchef im ICE 790 - das war meiner - hektisch an zu Telefonieren. Insider nennen den Gesprächspartner Transportleitung - man merkt schon, Fahrgäste sind immernoch Beförderungsfälle. Es fiel - deutlich hörbar - der Zielbahnhof unseres Anschlusszuges Nordstemmen. Nach dem Gespräch von uns angesprochen - es war eine kleine Zusammenrottung von Fahrgästen nach Hildesheim entstanden - verneinte er Kenntnisse ob der Frage des Erreichen unseres Zuges, er müsse erst nochmal telefonieren. Fast im Bahnhof stehend erfuhren wir dass der Zug nach Nordstemmen schon weg sei - was nicht ganz stimmte, er fuhr gerade erst los. Hatte er nicht auch einfach die 3 Minuten Verspätung haben können, mit denen die Bahn im Moment im Fernsehen wirbt? Die Frage, was wir denn nun tuen sollten wurde uns nicht beantwortet. Weiter mit dem ICE nach Hannover? in Göttingen den (vielleicht schon geschlossenen) Service - Point um eine Taxifahrt nach Hildesheim anschnorren? Ich entschied mich - reichlich sauer - nach Hannover weiterzufahren. Die von mir angesprochene Zugbegleiterin konnte - oder wollte mir auch keine Auskunft geben. Von mir angesprochen studierte die das Faltblatt - ihr Reiseplan - und auf die Assage meinerseits, dass ich dort selber lesen könne hätte sie mich am liebsten aus dem Zug geschmissen. Das geht heutzutage während der Fahrt leider - oder zum Glück - nicht mehr, und so musste sie es ertragen, dass ich Sie noch nach einer Karte für die Rückerstattung des ICE Zuschlages fragte. Den bekommt man aber nicht, wenn der Zug nicht mindestens 30min Verspätung hat. Meiner hatte die nicht, meiner hatte nur 10 minuten Verspätung in Göttingen, aber die haben gereicht um meinen Anschlusszug zu verpassen. Da ich - gut sauer, da ich das Übel in Form von ca. 2 Stunden Verspätung schon auf mich zukommen sah - nun um irgendeine Bescheinigung der Verspätung bat floh sie - nicht ohne mich auf den Service-Point in Hannover zu verweisen. Dort angekommen sah sich das Service - Point Personal mit einem stinksauren meinerseitz konfrontiert, schien aber auszuprobieren, wieweit man mich noch auf die Palme bringen kann. Mit extrem unfreundlichen Aussagen und Wortklauberei, die ihresgleichen sucht machte man es aber immer schlimmer. Ein Wort ergab das andere und nach kurzer Zeit wurde ich von der Polizei aus dem Bahnhof "gebeten". Tja. Ich glaube, ich muss meine BahnCard zurückgeben, aber sie gilt noch lange - und wer weiss schon, was kommt. Das Abo auf die BahnCard habe ich jedoch gekündigt. Ich weiss nicht, wo das mit der Bahn hinführen soll - aber wenn das so weitergeht geht die Bahn bald unter. Was dann vielleicht Platz machen würde für eine Alternative. Die Bahn steckt tief im Dreck, sie weiss es aber scheinbar noch nicht. Die Auslastung der Züge sinkt sichtbar - ein Problem einen Sitzplatz zu finden hatte ich im letzten Jahr nicht mehr - fahren etwa weniger Leute? Meine geplante Ankunftszeit lag bei 21:31, angekommen bin ich um 00:57. Macht 3 Stunden 26 Minuten Verspätung - und ich bekomme noch nicht einmal einen Gutschein über den ICE Zuschlag, denn den gibt es erst ab 30min Verspätung. Und mein ICE hatte nur 12 min - nicht genug. Die über 3 Stunden Gesamtverspätung interssierten keinen. Und ein Gutschein für Taxi in Hildesheim - meine Eltern, die mich um 21:31 abholen wollten waren längst in's Bett gegangen - würde ich am Service - Point in Hildesheim bekommen. Dumm nur, das der um die Zeit längst zu ist. Fazit: Die Bahn ist keine Vehrkehrsalternative mehr - nur noch ein Notbehelf, den man nutzt, wenn das Auto kaputt ist. Zeit für das Begräbins einer Illusion.
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© 1999,2001 Elmar Lecher |