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Frauen in Darmstadt
- Das Darmstädter Phänomen -
Tja, das ist ein wenig schwer zu beschreiben. Ich lebe in einer Stadt, in der wenige Frauen
meines Alters leben. Naja, zumindest relativ gesehen. Ich lebe in Darmstadt, eine Stadt,
die geprägt ist durch die TU.
1. Theorie: Die Darmstädter Ungleichgewichtstheorie
Zum ersten mal in meinem Leben besteht mein Freundeskreis fast nur aus Männern. Nicht,
dass ich keine Frauen kennenlerne. Ich habe auch Frauen zum Freund - nur - das ist hier alles
was ganz anderes.
In Darmstadt erzählt dir jede Frau im 4. oder 5. Satz beiläufig irgendwas wie
"... mein Freund sagt...", "mein Freund macht..." etc. Jeder männliche Darmstädter
kennt das. Ich meine, ich habe auch eine Freundin, aber ich erzähle nicht allen schon nach
4 Sätzen davon. Also, warum tun die DA-Frauen sowat?
Meiner Meinung nach ist das eine Form der Selbstverteidigung. Frau wird sooft angegraben,
dass ewige verteilen von Körben da zu einer unangenehmen Dauertätigkeit wird. Frau selbst
fühlt sich als Lustobjekt und irgendwann ist Frau froh über einen Freund, weil er doch
(neben den anderen Annehmlichkeiten, die ein Partner mit sich bringt) das Ende der Anbaggerei
verspricht.
Funktioniert nur leider nicht immer, weswegen Frau zu der beobachteten Abwehrreaktion übergeht.
Allerdings lässt sich das Phänomen der beziehungslosen Frauen nicht erklären. Davon gibt es in
Darmstadt nämlich auch eine ganze Menge, meisstens höheres Semester (>3 Semester - in diesem Fall).
Viele Frauen haben mir irgendwann erzählt, dass Frau in Darmstadt einfach nicht angesprochen wird.
Macht einfach keiner - ich meine iss ja klar, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Korbes bei ca
90% liegt hört man irgendwann mal auf und sucht ausserhalb der Stadt.
Also nix mit dieser Theorie.
2. Theorie: mangelnde Übungs - Theorie
Viele Studenten, die an die TU gehen gelten an der Schule, die man vorher besucht hat unter
Frauen nicht so viel. Seihen wir mal realistisch: Wer früher an der Schule sich intensiv mit
Computern beschäftigt hat war suspekt. Ich meine suspekter als ein Gruftie, der gleichzeitig
Marxist ist und immer alle von seinen Theorien zuschwallt. Trotsdem hat er eher eine Freundin
gefunden haben als die Computerfreaks, die das natürlich garnicht verstehen.
Life sucks.
Naja, und irgendwann kommt dann mal das Abi - und unser Computerfreak hat immernoch keine Freundin.
Iss ja nicht so schlimm, man fängt ja bald an zu studieren und ganz schlimm findet das eigentlich nur
die Mutter des Freak, die das alles nicht versteht. Computer ist doch so modern, das hat doch Zukunft,
da müssten die Mädchen doch drauf stehen. Leider stehen Mädchen zum Abi nicht auf Zukunft sondern
auf alles andere und deshalb wird es für unseren Freak leider nicht.
Der findet das noch nicht sooo schlimm, weil seine Freunde, die eine Freundin haben / hatten beschwerten
sich ständig über die Zeit, die diese Frauen brauchen und ausserdem sind diese Freunde somehow strange
geworden.
Abi. Abiparties. Eine kleine Zeitspanne, in der man nochmal - ein letztes Mal - die Chance hat unter den
Mädels des Jahrgangs eine abzubekommen - und sei es nur für eine kurze Zeit. Aber der Ruf der Uni's ist
ja legendär, es gilt als der größte Beziehungsmarkt, und da muss doch was zu machen sein.
Also keine Freundin im Abijahrgang. Naja, ehrlich gesagt, man hat es ja probiert aber es wurde nix.
Zusammenfassung: Die Schule ist vorbei und unser Freak hat es zwar probiert aber es hat nicht geklappt.
Alle Versuche fehlgeschlagen: Er weiss nur, wie es nicht geht.
Zivildienst. Bundeswehr. Wie auch immer. Viele Männer, wenig Frauen (es sei denn, mann geht zu den Sanis).
Nix zu machen, denn die einzigen Frauen, die es gibt werfen sich anderen Zivis an den Hals. Nicht diesen
steifen Computerjunkies. Unser Freak wartet auf die Uni.
Endlich, die Uni iss da.
TU Darmstadt.
Am Anfang ist das alles cool. Lauter Freaks und Frauen, die mit dem Computer umgehen können. Leider kann mann
nicht mit Frauen umgehen, deswegen werden die ersten Versuche nix. Iss ja auch kein Problem, es gibt genug,
mit dem man seine Zeit totschlagen kann. In erster Linie die anderen Freaks. Später.
Irgendwann realisiert man, dass Frauen kennenlernen an dieser Uni schwieriger ist als gedacht. Denn:
entweder sind sie vergeben - und lassen Dich das immer sofort so spüren, dass auch der Freak es merkt - oder
sie haben keinen Freund, suchen offiziel einen und finden keinen. Unser Freak versucht es an diesen Frauen -
und holt sich einen Korb. Sie wollen einen Märchenprinzen - und das ist unser Freak nicht.
Irgendwann gibt mann es dann auf. Wir warten auf die Zeit nach der Uni. Und dann - wenn mann dann als
Ingenieur oder Informatiker Geld verdient werden sie schon kommen.
Vielleicht.
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© 1999,2001 Elmar Lecher
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